Clownerei

Clownerie

„Die Suche nach dem eigenen Clown ist zuerst die Suche nach der eigenen Lächerlichkeit. …der Schauspieler muß nicht in eine vorgefertigte Figur schlüpfen, sondern er muss den ihm innewohnenden clownesken Teil entdecken. Je weniger er sich verteidigt und eine Figur zu spielen versucht, je mehr er von seinen eigenen Schwächen überrascht wird, um so stärker zeigt sich sein Clown.“
Jacques Lecoq in „Der poetische Körper. Eine Lehre vom Theaterschaffen.“

Es ist schwer, die gängigen Klischees vom Clown zu überwinden. Es geht nicht um trampelige Spassmacher im traditionellen Zirkusgewand mit greller Schminke und übergroßen Schuhen...

Es geht vielmehr um das Spiel mit den eigenen Schwächen und Stärken, um die menschliche Tragik und Komik der Fehlerhaftigkeit, um das Eingeständnis, das niemand perfekt ist und um das Liebenswerte im Menschen trotz seiner Unperfektheit, um das, was ihn einzigartig macht, um kleine und große Kunststücke, um Begegnung und Augenkontakt, um das Spiel zwischen Zuschauendem und Akteur.

Ein wirklicher Clown ist von Grund auf ehrlich mit sich selbst und seinen Gefühlen und überspielt diese nicht, sondern spielt sie und spielt mit ihnen. Manche nennen es, das innere Kind in sich wiederzufinden, was bedeutet, die Welt stets neu zu entdecken, ahnungslos auf sie zuzusteuern und die gängige Logik außer Kraft zu setzen, statt dessen den Alltag hoffnungslos zu verdrehen und antrainierte Verhaltensmustern zu verwirren...

  

Ob als Bühnenclown oder als Clown in Pflegeheimen und Kinderkliniken – der Spieltrieb, die völlig eigene Logik, die Lust an Begegnung und Kontakt mögen stets die Impulse sein, die den Clown leiten...