Buffonerie

„Sie mussten von woanders herkommen, aus dem Geheimnisvollen der Nacht, dem Himmel und der Erde! ... der Spott sollte ganz allgemein uns alle, die gesamte Gesellschaft betreffen.“
Lecoq in „Der poetische Körper. Eine Lehre vom Theaterschaffen“

Ausgehend von der These, dass das menschliche Dasein und dessen Kreativität verschiedenste Gestalten und Bühnenformen hervorbringt, die dem Bedürfnis nach Ausdruck und Verarbeitung entspringen und welche mit dem Leben und seinen Widrigkeiten spielen, gehören Buffonen zu diesen Gestalten.

Parodie, Spott oder Kritik sind schwer zu "verpacken", damit ein Bühnenspiel entsteht, das nicht abschreckend wirkt, sondern ganz im Gegenteil, amüsant ist, zum Lachen bringen – auch wenn das Lachen dann im Halse stecken bleibt...

Buffonen sind komische, groteske Wesen in verformten, deformierten, unzulänglichen Körpern, das „Gewand des Spottes“, die in einer anderen Sphäre als der „unseren“ unterwegs sind. Sie spielen menschliche Hierarchien nach und die Strukturen, in welchen Gesellschaft organisiert ist. Sie sind gern in Banden organisiert, haben Anführer und Untergebene und genießen ihren zugewiesenen Platz darin. Sie machen sich über „unsere“ Gesellschaft lustig, verdrehen die uns logische Organisation darin, um sie so                                                           ad absurdum zu führen.

Sie gehören uralten Traditionen von Parodie und Satyre an, die heut nur noch wenig bekannt sind. Auch Buffonen selbst scheinen in Deutschland kaum mehr aufzutauchen und wenn der Begriff „Buffone“ fällt, dann werden sie fälschlicherweise mit Clowns oder Gauklern assoziiert. Dabei gehören sie in eine ganz andere (Un-) Wirklichkeit, die zu entdecken sich lohnt!